Grafische Oberflächen

Wie im ersten Kapitel Betriebssysteme beschrieben, ist das eigentliche Betriebssystem der Kernel und ein paar spezielle Programme. Auf den Kernel kann man im Textmodus zugreifen. Die grafische Benutzeroberfläche (GUI - graphical user interface), die heute auf den PC's allgegenwärtig ist, ist ein Programm, dass das Betriebssystem ausführt. Diese Oberfläche übersetzt z. B. das Ziehen einer Datei in einen anderen Ordner in den entsprechenden Befehl für den Kernel. Der Dateibrowser, ebenfalls wieder nur ein Programm, das in der grafischen Oberfläche ausgeführt wieder, stellt das zugrundeliegende Dateisystem grafisch dar und bietet Operationen für das Dateisystem an. Der Artikel Desktop gibt einen Überblick über die verfügbaren grafischen Oberflächen.

Auf Servern, z. B. Webservern, verzichtet man unbedingt auf die grafische Benutzeroberfläche. Sie würde nur eine Angriffsstelle darstellen, da alles als ROOT ausgeführt wird. Ein zu vernachlässigender Nebenaspekt ist unnötig belegter Arbeitsspeicher und unnötig beanspruchte Prozessorleistung kosten.

Unity Da die grafische Oberfläche wie geschildert nur ein Programm ist, ist es problemlos möglich eine weitere grafische Benutzeroberfläche zu installieren. Standardmäßig ist unter Ubuntu (ab 11.04) die Unity-Oberfläche installiert. Die Oberfläche ist eigentlich für kleine Bildschirme, Tablets und Smartphones gedacht. Auf größeren Bildschirmen benötigt man evtl. eine etwas anders aufgeteilte Oberfläche.

GNOME Eine mögliche Alternative ist GNOME. Man kann diese Oberfläche zusätzlich zu Unity installieren, indem man das Paket gnome-shell installiert.

KDE Eine weitere Alternative ist KDE. Dies ist die grafische Oberfläche des Derivates kubuntu-desktop installieren.

LXDE Auf PC's mit geringem Arbeitsspeicher und Prozessorleistung kann man die grafischen Oberflächen Xfce oder LXDE installieren.

Auswahl der grafischen Oberfläche

Man kann alle grafischen Oberflächen parallel nutzen. Dafür ist der Displaymanager LightDM verantwortlich. Dieser stellt einen grafischen Anmeldebildschirm zur Verfügung, auf dem man seinen Benutzernamen und das Passwort eingeben kann. Außerdem kann man hier auswählen, welche grafische Oberfläche gestartet werden soll (siehe Abb. rechts). Da die Konfigurationsdateien von der grafischen Oberfläche unabhängig sind, hat man unter jeder grafischen Oberfläche z.B. die gleichen Einstellungen im Firefox. Sogar wenn man gDesklets verwendet, kleine Miniprogramme die auf dem Desktop platziert werden, sind diese unter jeder grafischen Oberfläche (außer KDE) verfügbar.

Sollte es zu dem seltenen Fall kommen, dass die grafische Oberfläche abstürzt, so braucht man nicht den gesamten Rechner neu zu starten, wie es unter anderen Betriebssystemen üblich ist. Man kann über

 sudo /etc/init.d/lightdm restart

die Displaymanager neu starten. Das Betriebssystem, der Kernel, läuft weiter.

Übung

Übung

Übung

Installiere GNOME und inspiziere die neue Desktopumgebung.

Diskussion

Geben Sie Ihren Kommentar ein. Wiki-Syntax ist zugelassen:
162 +11 = ?
 
 
grundlagen/grafische_benutzer_oberflaechen.txt · Zuletzt geändert: 2012/10/29 11:06 von admin