Installation der Clonezilla Server Edition (SE)

Betriebssystem installieren

Zunächst installiert man ein Linux-Betriebssystem auf einem geeigneten Rechner (Server), z. B. die Ubuntu Server-Version oder Debian.

Clonezilla SE installieren

Alle folgenden Kommandos müssen mit root-Rechten ausgeführt werden. Ist der root-Account, wie z. B. unter Ubuntu üblich, deaktiviert. Muss man ein sudo davor setzen, oder über

sudo -i

permanent auf die Rootshell wechseln.

Pakete installieren

Als Nächstes muss man die Quelle für Clonezilla in die /etc/apt/sources.list eintragen. Dazu öffnet man diese Datei mit Administrationsrechten in einem Editor und ergänzt die Zeile

deb http://drbl.sourceforge.net/drbl-core drbl stable
Clonezilla-Quelle in der /etc/apt/sources.list. Geöffnet mit demm Texteditor nano

Danach muss man noch den GPG-Schlüssel importieren, dazu führt man

wget http://drbl.sourceforge.net/GPG-KEY-DRBL
apt-key add GPG-KEY-DRBL

auf der Konsole aus.

Um die Informationen über die Paketquellen zu erneuern führt man

apt-get update

aus, und installiert anschließend das Paket drbl:

apt-get install drbl

Dieses installiert auch alle Abhängigkeiten, z. B. einen DHCP-Server oder den PXE-Server.

Clonezilla einrichten - Teil 1

Nun muss man Clonezilla einrichten, und zwar zunächst DRBL. Dazu ruft man über die Konsole

drblsrv -i

auf, und beantwortet die Fragen. Dabei werden die Standardantworten in Großbuchstaben dargestellt (z. B. [y/N] → N)

  1. Netzwerkbootimages installieren: Ist nicht notwendig. Wird benötigt, wenn man per DRBL ein Betriebssystem booten möchte. Kann mit N beantwortet werden.Netzwerkbootimages installieren
  2. Ausgabe über die serielle Schnittstelle der Clients verwenden: Kann mit N beantwortet werden.Ausgabe über die serielle Schnittstelle der Clients verwenden
  3. Betriebssystem aktualisieren: Kann mit N beantwortet werden.Ausgabe über die serielle Schnittstelle der Clients verwenden
  4. Kernel für den Client: Mit 1 beantworten.Ausgabe über die serielle Schnittstelle der Clients verwenden

Clonezilla einrichten - Teil 2

Als nächstes muss Clonezilla eingerichtet werden. Dazu führt man auf der Konsole

drblpush -i

aus. Der Konfigurationsassistent stellt nun einige Fragen, die im folgenden aufgeführt werden.

  1. DNS-Domain: Beliebig zu wählen, z. B. internDNS-Domain angeben
  2. NIS/YP Domain-Name: beliebigNIS/YP (yellow pages) Domain-Name
  3. Präfix für Clienthostnamen: beliebig, z. B. clonezillaPräfix für Clienthostnamen
  4. Netzwerkkarte für den Internetzugang: meistens eth0, siehe auch Abschnitt Netzwerkkarte konfigurierenNetzwerkkarte für den Internetzugang
  5. Sammeln der MAC-Adressen: Kann mit Nein beantwortet werden, es sei denn, man möchte eine feste Zuordnung der IP-Adressen zu den Clients (siehe nächsten Schritt)Sammeln der MAC-Adressen
  6. IP-Adressen den MAC-Adressen zuordnen: So ist es möglich, dass der DHCP-Server den Clients immer dieselben IP-Adressen zuordnet. Ist aber nicht zwingend erforderlich.IP-Adressen den MAC-Adressen zuordnen
  7. Startwert des IP-Adressenbereichs: z. B. 1, die erste IP-Adresse ist dann z. B. 192.169.0.1Startwert des IP-Adressenbereichs
  8. Maximale Anzahl der Clients: z. B. 20, die letzte IP-Adresse ist dann z. B. 192.169.0.20Maximale Anzahl der Clients
  9. Art des Diskless Services: 2 (wenn man kein DRBL möchte, sondern nur Clonezilla nutzen will.Art des Diskless Services
  10. Art der Nutzung von Clonezilla: Hier reicht 1, wenn man keine individuellen Änderungen auf dem Client speichern möchte. Art der Nutzung von Clonezilla
  11. Speicherplatz für die Images: Pfad zum Ordner, in dem die Images gespeichert werden sollen. Speicherplatz für die Images
  12. Passwort, das beim Booten der Clients eingegeben werden muss: hier reicht Nein. Ein Passwort ist dann notwendig, wenn während Clonezilla aktiv ist, andere Personen irrtümlich einen Client booten könnten.Passwort, das beim Booten der Clients eingegeben werden muss
  13. Bootprompt für die Clients: Nein Bootprompt für die Clients
  14. Hinweis, was zu tun ist, wenn das grafische Bootmenü nicht geladen werden kann: Hinweis, was zu tun ist, wenn das grafische Bootmenü nicht geladen werden kann
  15. Server als NAT-System verwenden: Nein, da meistens kein Internetzugriff benötigt wird. Server als NAT-System verwenden

Anschließend werden die Einstellungen angewendet und das System eingerichtet. Dies kann, abhängig von der in Schritt 8 eingegeben Anzahl von Clients einige Zeit dauern. Danach kann man Clonezilla nutzen.

Netzwerkkarte konfigurieren

In Schritt 4 wird nach der Netzwerkkarte (der Schnittstelle) gefragt, die mit dem Internet verbunden ist. Hat man nur eine Netzwerkkarte in Verwendung, gibt Clonezilla eine Warnung aus:

Warnung bei nur einer konfigurierten Netzwerkkarte

Man kann zwar auch mit nur eine Netzwerkkarte Clonezilla nutzen, besser ist es aber, in diesem Fall eine virtuelle Netzwerkkarte einzurichten. Dem System wird also vorgegaukelt es hätte zwei Netzwerkkarten.
Unter Debian oder Ubuntu öffnet man dazu die Datei /etc/network/interfaces hier werden neben der realen Netzwerkkarte (Netzwerkschnittstelle) eth0 noch eine virtuelle Netzwerkkarte eth0:0 eingetragen. Diese ist nachher für die Clients zuständig. Um eine gute Geschwindigkeit beim Multicast zu erreichen, sollten IP-Adressen aus 192.168.*.* verwendet werden.

/etc/network/interfaces
# This file describes the network interfaces available on your system
# and how to activate them. For more information, see interfaces(5).

# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback

# The primary network interface
auto eth0
iface eth0 inet static
        address 10.0.2.6
        netmask 255.0.0.0
        gateway 10.0.2.1

auto eth0:0
        iface eth0:0 inet static
        address 192.168.2.1
        netmask 255.255.0.0

Ggf. muss man noch einen DNS-Server für die virtuelle Schnittstelle in der /etc/resolv.conf eintragen.

Alle Kommandos zum direkten Kopieren

Hier sind alle oben aufgeführten Kommandos zum direkten kopieren und einfügen auf der Konsole.

#/etc/apt/sources.list ergäzen
echo -e "\n# Clonezilla" >> /etc/apt/sources.list

echo "deb http://drbl.sourceforge.net/drbl-core drbl stable" >> /etc/apt/sources.list

# GPG-Schlüssel hinzufügen
wget http://drbl.sourceforge.net/GPG-KEY-DRBL
apt-key add GPG-KEY-DRBL

#Paketliste updaten
apt-get update

#drbl installieren
apt-get install -y drbl

#Clonezilla und drbl einrichten
drblsrv -i
drblpush -i

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