Zentyal/E-Mail

Menüpunkt Communications > E-Mail Ein Zentyal-Server kann als Mailserver agieren. Dabei muss man entscheiden, ob der Server die E-Mails an einen Smarthost weiterleitet oder selbst die E-Mails versendet.

Ein Smarthost ist ein weiterer Mailserver, und kann z. B. ein beliebiger Anbieter von E-Maildiensten wie z. B. web.de, googlemail.con oder 1und1.de sein. Der Smarthost übernimmt dann das eigentliche versenden der E-Mails und der Zentyal-Mailserver ist „nur“ ein Vermittler.

Soll der Zentyal-Server direkt als Mailserver arbeiten und aus dem Internet erreichbar sein, so sollte man bei seinem Domainanbieter den MX Resource Record auf die IP-Adresse setzen. Ist der MX Resource Record der Domain utorial.org auf die (öffentliche) IP-Adresse des Zentyal-Servers gesetzt, so werden alle E-Mail der Form kontoname@utorial.org an diese IP-Adresse weitergeleitet.

In beiden Fällen kann man die E-Mails dann mit einem E-Mail-Programm wie Mozilla_Thunderbird oder Evolution abholen und versenden. Alternativ kann man auch das Webmail-Modul verwenden, ob die E-Mail über eine Weboberfläche zu verwalten. Das Groupware-Modul bietet neben anderen Funktion ebenfalls an, die E-Mails zu verwalten.

Damit man den Mailservice nutzen kann muss natürlich das Modul aktiviert sein, außerdem muss mindestens eine virtuelle Mail-Domain eingerichtet sein (siehe Abschnitt Schnelleinstieg, Punkt 1).

Schnelleinstieg

Die folgenden Schritte beschreiben das einrichten eines Mailservers. Die Abschnitte danach gehen auf Details ein. Menüpunkt Communications > E-Mail > Virtuelle Mail-Domains

  1. Zunächst richtet man eine virtuelle Mail-Domain ein. Diese Domain wird beim versenden dem Kontonamen angehängt.
    Im Beispiel unten ist die Domain utorial.org1). Benutzer haben dann nachher die E-Mailadresse name@utorial.org.
    Virtuelle Mail-Domain
  2. Dann aktiviert man das Webmail-Modul unter Core → Status des Moduls
  3. Unter Office → Benutzer und Gruppen → Benutzer wählt man nun einen Benutzer zum Bearbeiten aus. Auf der Bearbeitenseite eines Benutzers ist nun der Abschnitt „Neues E-Mail Konto“ hinzugekommen. Hier trägt man einen Kontonamen ein. (Dieser muss nicht gleich dem Benutzernamen sein. Man kann später auch mehrere E-Mailkonten für einen Benutzer vergeben.) Man sollte dies auch bei einem weiteren Benutzer tun, um den E-Mailserver zu testen.
    E-Mailkonto eines Benutzers einrichten.
Roundcube Login

Nun wählt man die Adresse <zentyal-server-adresse>/webmail an. Man gelangt zur Übersichtseite von Roundcube, die verwendete Webmail-Software. Hier loggt man sich nun mit kontoname@virtuelle-mail-domain und dem Benutzerpasswort an. Roundcube bietet alle Möglichkeiten, die auch herkömmlich Webmaildienste anbieten. Nun können sich Benutzer innerhalb des internen Netzwerks Mails schicken. Um die Funktion auch aus dem Internet erreichbar zu machen, muss man das MX Resource Record bei seinem Domainanbieter auf die öffentliche IP-Adresse des Zentyal-Servers umleiten.

Roundcube Webmailoberfläche

Den Mailserver konfigurieren

Menüpunkt Communications > E-Mail > Allgemein

Allgemeine Einstellungen des Mail-Moduls

Die allgemeinen Einstellungen des Mailservers werden unter dem Menüpunkt Communications → E-Mail → Allgemein getätigt.

  • IP-Adresse eines Smarthost, der E-Mails versendet: Sollen die E-Mails nicht direkt vom Zentyal-Server versendet werden, sondern soll ein anderer Mailserver benutzt werden (z. B. ein Server bei dem man ein E-Mailkonto) besitzt, so trägt man hier die IP-Adresse ein2). Der Zentyal-Server „vermittelt“ dann die E-Mails an diesen Server weiter. Der eigentliche Versand erfolgt dann über diesen Mailserver.
    Hinweise: Ist die öffentlich IP-Adresse des Internetanschlusses hinter dem der Zentyal-Server sitzt dynamisch (ändert sich also regelmäßig mit der Zeit3)), so kann man die meisten Mailserver nicht als Smarthost verwenden. Man benötigt eine feste öffentliche IP-Adresse.
  • Smarthost Authentifikation: Der Benutzername und das Passwort das zur Authentifizierung am Smarthost benötigt wird. I. d. R. ist dies die E-Mailadresse und zugehörige Passwort des E-Mailaccounts bei diesem Mailserver.
  • Server mailname: Der Name des Mailservers. Wählt man FQDN hostname so wird der Hostname und die Domain, die man unter Core > System > Allgemein angegeben hat verwendet4). Man kann aber auch jeden beliebigen anderen Namen angeben.
  • Postmaster Adresse: Die Adressen an die eine E-Mail bei Problemen mit dem Mailserver gesandt wird.
  • Maximale Grösse des Postfachs: Die maximale Größe die das Postfach erreichen darf. Ist diese erreicht, werden alle weiteren Mails abgewiesen.
  • Maximal erlaubte Nachrichtengrösse: Die maximal erlaubte Größe einer Nachricht.
  • Expiration period for deleted mails: Die Dauer in Tagen, nach denen Nachrichten im Papierkorb automatisch gelöscht werden.
  • Expiration period for spam mails: Wie die Option zuvor, betrifft aber die Mails im Spamordner.
  • Period for polling external mail accounts: Wird dem Benutzer erlaubt, E-Mails von einem externen Mailaccount abzuholen (siehe Abschnitt Dienst zur Mail-Abfage), so wird hier das Intervall angegeben, in dem diese Accounts auf neue Nachrichten überprüft werden.

E-Mailkonten einrichten

Für jeden Benutzer können unter Benutzer und Gruppen → Benutzer ein oder mehrere E-Mailkonten eingerichtet werden. Dazu muss ein Kontoname (muss nicht zwingend der Benutzername sein) und eine eingerichtete virtuelle Maildomain angegeben werden.

E-Mailkonto für Benutzer einrichten.

Man kann anschließend auch weitere E-Mailkonten anlegen und außerdem die Größenbeschränkung für das Postfach angeben.

E-Mailkonto für Benutzer konfigurieren.

Unter Benutzer und Gruppen → Standard Benutzer-Vorlage kann auch allgemein eingestellt werden, dass für jeden neuen Benutzer direkt eine E-Mail-Adresse angelegt wird.

Dienst zur Mail-Abfage

Damit man Mails bei Zenyal-Server abholen kann, sind Protokolle notwendig. Diese können im Abschnitt Dienst zur Mail-Abfage aktiviert werde.

Man kann Benutzern ermöglichen, E-Mails von externen Accounts abzuholen. Diese werden dann im Zentyal-Mailaccount gespeichert. Benutzer können ihre Daten für das externe Mailkonte im Benutzerbereich eingeben.

Eingabe der Daten zum externen Mailkonto im Benutzerbereich.

Alternativ kann auch der Administrator unter Benutzer und Gruppen → Benutzer für jeden Benutzer die Accountdaten eingeben:

Eingabe der Daten zum externen Mailkonto unter Benutzer und Gruppen > Benutzer.


  • Benutzte Software: Postfix (senden), Dovecot (empfangen) und Fetchmail (Abholen vom externen Mailkonto)
  • Konfigurationsdateien: Die Konfiguration des Mailservers verändert mehrere Konfigurationsdateien
    • mehrere Dateien unter/etc/postfix/ (postfix)
    • /etc/fetchmailrc (fetchmail)
    • /etc/dovecot/dovecot.conf (dovecot)
1) Die virtuelle Mail-Domain kann also durchaus einer realen Domain entsprechen.
2) Diese erhält man z. B. indem man den Mailserver unter seinem Namen anpingt.
3) bei den meisten normalen Internetanschlüssen der Fall.
4) Dieser Name taucht z. B. in Fehlermeldungs-E-Mails auf. Ist der Hostname z. B. zen und die Domain acme.intern so wird hier der Name zen.acme.intern als Mailservername auftauchen.

Diskussion

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zentyal/communications/email.txt · Zuletzt geändert: 2013/02/09 11:35 von admin